Informationstechnologie - Haftpflichtversicherung

Einführung - Schadenbeispiele

Es ist eine Binsenweisheit, daß in der heutigen Zeit in allen Bereichen der Wirtschaft, des Handels, des Verkehrs, der Forschung etc. ein funktionierendes Zusammenspiel ohne den Einsatz von EDV nicht mehr möglich ist. Computer bestimmen unser Leben, sei es am Arbeitsplatz, im Auto und selbst im familiären Umfeld. Mittlerweile steht in jedem zweiten Haushalt ein PC, der mehr oder weniger sinnvoll zu Spielzwecken oder als Schreibmaschine mit Speicher und vielleicht zum Erfassen der familiären Haushaltslage eingesetzt wird.

In dem Maße, wie sich die Einsatzmöglichkeiten der EDV verbreitern und spezialisieren, beginnt auch die Abhängigkeit der Wirtschaft und der übrigen EDV-Benutzer ("User") zu wachsen. Wenn die komplette Software eines Bankhauses ausfallen würde, könnte das Institut nach 2 Tagen seine Schalter schließen und den Bankbetrieb einstellen. Der wirtschaftliche Zusammenbruch wäre unvermeidlich. Ein gleiches Bild ergäbe sich bei Versicherungsunternehmen und überhaupt im gesamten Dienstleistungsbereich. Der Verkehr bräche zusammen, weil computergesteuerte Ampelanlagen ausfielen, kurz, die materielle Schadenshöhe wäre unermeßlich.

Daß dies jedoch bislang auf Einzelfälle beschränkt blieb, wie z. B. im Fall eines Berliner Bankhauses, dem nach einer Umstellung der Software und damit verbundener finanzieller Benachteiligung von Kunden sogar aufsichtsrechtliche Schritte drohten, ist dem hohen Sicherheitsstandard der EDV und der hohen Professionalität der EDV-Entwickler zu verdanken. Absolut erstes Gebot ist die Hinterlegung von Sicherheitskopien der Software, die eingesetzt werden, wenn das Standardsystem versagt. Ebenso unerläßlich ist der tägliche Backup zur Sicherung des Tagesstandes.

Spricht man von spektakulären EDV-Schäden, fallen einem sofort folgende Millionenschäden ein:

Letztlich soll noch auf die Bedrohung durch Computerviren für alle Programme hingewiesen werden, die in vernetzten Systemen eingesetzt werden bzw. wo Kopien ohne den Einsatz von Viren-Scannern von Programmen gezogen werden. In Israel hatte der Virus "Freitag, der 13." im Jahr 1987 zugeschlagen. Alle an diesem Tag gestarteten Programme, die mit diesem Virus infiziert waren, wurden gelöscht. Es gibt mehrere hundert Viren-Sorten, die auch nur von den jeweils aktuellsten Anti-Viren-Programmen erkannt werden können.

Diese spektakulären Schäden sind in den allermeisten Fällen nicht "vom Computer" verursacht, sondern durch menschliches Versagen bei der Programmierung. Nach Aussagen von Fachleuten enthält ein komplexes Software-Produkt etwa 1,5 Fehler pro 100 Zeilen. Rund die Hälfte der Fehler wird der Hersteller nach Testläufen selbst entdecken und beseitigen können.

Dies bedeutet jedoch auch, daß ca. 7 Fehler pro 1.000 Zeilen in der Software verbleiben, die unter bestimmten Konstellationen zumindest einen mehr oder weniger schwerwiegenden Fehler des Ergebnisses verursachen können. Schlimmstenfalls kann dies, wie in den obigen Beispielen geschildert, Schäden in Größenordnungen von Hunderten von Millionen DM nach sich ziehen. In diesem Zusammenhang sei auch der Fehler an den Pentium-Prozessoren genannt, der in seinem Rechenwerk unter bestimmten Konstellationen zu fehlerhaften Ergebnissen führte. Auch hier war der Image-Verlust größer als die tatsächliche Auswirkung, da einige Computer-Hersteller diesen Fehler zum Anlaß nahmen, auf andere Prozessor-Entwickler zurückzugreifen, auch wenn der Fehler in der nächsten Generation längst behoben worden war.

Aus dem Regulierungsalltag eines Haftpflicht-Versicherers wollen wir noch folgende Beispiele aufführen:

 

PETER ODENDAHL & CO.

VERSICHERUNGSMAKLERGESELLSCHAFT MBH

Ursprung: 1956

Firmensitz München - Handelsregister München  HRB 78443 - Geschäftsführer: Peter Odendahl 



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